Rezension: Lucy Fricke - Durst ist schlimmer als Heimweh

Samstag, 8. November 2014 | 0 Comments

Eckdaten:

Titel: Durst ist schlimmer als Heimweh
Originaltitel: Durst ist schlimmer als Heimweh
Autor/in: Lucy Fricke
Genre: Drama
Seitenzahl: 172
 Verlag: Rowohlt
Preis: 9,99€
Link: http://www.amazon.de/Durst-ist-schlimmer-als-Heimweh/dp/349926000X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1415475760&sr=8-1&keywords=durst+ist+schlimmer+als+heimweh

Inhalt:

 «Ihre Jugend war hier zu Ende, und Judith wäre jetzt gerne allein gewesen. Denn schon das Wort ‚Gruppenabend‘ hatte Panik in ihr ausgelöst. Judith verabscheute Gruppen, Gruppenspiele, Gruppensport, das klang für sie nach dem Befund einer tödlichen Krankheit: Es tut mir leid, aber Sie haben Gruppe. Wie konnte ausgerechnet sie in einer betreuten Wohngemeinschaft landen? Ohne Drogen, ohne Waffen, dafür an jeder Ecke etwas, das sie Hilfe nannten.»
Als Hoffnungslose unter Hoffnungslosen taumelt Judith durch Therapien, Aushilfsjobs und durch die erste Verliebtheit. Sensibel, drastisch und mit lakonischem Witz erzählt Lucy Fricke von Verlustschmerz und Aufruhr beim Abschied von einer desaströsen Jugend.

Meine Meinung:

 Es spricht glaube ich für sich, wenn ich sage, dass ich dieses Buch fast in einem Rutsch komplett durchgelesen habe. Dies liegt nicht nur an Lucy Frickes unglaublich berührendem und doch knallhartem Schreibstil sondern auch an dieser besonders aufgeklärt erzählten Geschichte, die den Leser einfach fesselt. Die Autorin lässt uns unbeschönigt in das verkorkste Leben der 16-jährigen Judith blicken, und weil Lucy Fricke so eine großartige Autorin ist, erfahren wir hautnah, wie Judith sich in den bestimmten Situationen fühlt, was sie durchmacht etc. Fricke lässt uns abtauchen in Judiths Welt, die aus Alkohol, Drogen, Leid, Traurigkeit, Wut und Gewalt besteht. Man hat großes Mitleid mit der Protagonistin und fühlt einfach mit, möchte sie in den Arm nehmen und sie trösten.
Mich hat die Geschichte sehr mitgenommen und gefesselt, besonders die knallhart realistische Erzählweise hat mir sehr gut gefallen.
Die Autorin lässt den Schluss bewusst offen, damit sich der Leser sein eigenes Urteil bilden kann und Vermutungen darüber anstellt, wie es nun mit Judith weitergeht. Ich persönlich denke positiv, weil Judith gerade zum Ende des Buches beweist, dass sie eine Kämpfernatur ist und es schaffen kann, einen Weg aus dem Elend zu finden.

Fazit:

 Dieses Buch und Judiths Geschichte hat mich nachdenklich gestimmt und zugleich wachgerüttelt. Das Buch ist wirklich gelungen und zieht den Leser tief hinein in Judiths verkorkstes Leben. Klare Kaufempfehlung!
Lieben Dank auch an den Rowohlt Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

Ich gebe "Durst ist schlimmer als Heimweh" 4 von 5 Sternen.
 
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Rezension: Stefan Lange - Suicide

Samstag, 1. November 2014 | 1 Comment


Eckdaten:

Titel: Suicide - Drei Monate und ein Tag
Originaltitel: Suicide - Drei Monate und ein Tag
Autor/in: Stefan Lange
Genre: Drama
Seitenzahl: 300
 Verlag: Self-Publishing
Preis: 12,90€
Link: http://www.amazon.de/Suicide-Drei-Monate-ein-Tag/dp/3735757030/ref=tmm_pap_title_0?ie=UTF8&qid=1414840795&sr=8-3

Inhalt:

»Ich spürte Wärme. Langsam erwachte ich aus diesem Traum, der mir seltsam bekannt vorkam und öffnete die Augen …« Sevilla in den 1990ern. Stefan widerstreben Karrieretreppen, er sieht seine nächste Station in Spanien. Leichtigkeit, Sonne in seinem Leben, Streifzüge durch die Stadt. Und ganz nah bei sich, in der Residenz entdeckt er eine ganz besondere Sehenswürdigkeit: Susanne. Ist sie genau die Eine? Es beginnt eine Sevillana der besonderen Art: Leidenschaft, Gleichklang und Gegentakt. Aus sinnlichem Tanz wird bitterer Ernst. Ein altes Trauma reißt einen Abgrund auf.

Meine Meinung:

Ja, wo soll ich anfangen. Ich bin immer noch ganz überwältigt von diesem Buch. Ich möchte gar nicht so viel vom eigentlichen Inhalt verraten, denn der Klappentext verrät eigentlich schon genug.
Aber was das Buch mit einem anstellt, ist unglaublich. Stefan Lange ist ein Autor, der unglaublich berührend und gleichzeitig schonungslos über seine Vergangenheit schreibt. Seine Gefühle werden gut deutlich, der Leser geht beim Lesen einmal die ganze Gefühlspalette durch, angefangen von Fröhlichkeit bis hin zu tiefem Mitgefühl und Schockiertheit. So konnte ich mir an einigen Stellen das Lächeln nicht verkneifen, musste aber an manchen schockierenden Stellen auch ein paar Tränchen verdrücken.
Ich bewundere den Autor sehr dafür, den Mut zu haben, so offen über seine schreckliche Vergangenheit und ein gesellschaftliches Tabu-Thema zu sprechen. Ich fand es faszinierend, dass Stefan Lange uns so tief in seine Seele hat blicken lassen und gerade das tagebuchartige Erzählen hat diese Wirkung noch unterstützt. Umso mehr bewundere ich ihn dafür, es geschafft zu haben, aus der Depression zu fliehen, mit seiner Vergangenheit abzuschließen und die Fähigkeit und Bereitschaft, ein neues Leben anzufangen.
Ich konnte dieses großartige Buch kaum aus der Hand legen und danke dem Autor nochmals für seinen Mut und wünsche ihm alles Gute.

Fazit:

Ich kann dieses Buch wirklich nur jedem ans Herz legen. Das Buch hinterlässt eine Botschaft fürs Leben, aber welche das ist, muss wohl jeder selbst herausfinden. Eine große Empfehlung von mir! Ich wünsche mir, dass gerade Menschen, die sich in einer schweren Zeit befinden, dieses Buch lesen und neue Hoffnung schöpfen.
Ich gebe "Suicide" 5 von 5 Sternen.
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