Montag, 10. August 2015

Rezension: Andy Weir - Der Marsianer

Laura @zeilenverliebt on Instagram photo 01/01/1970 02:00 

Eckdaten:

Titel: Der Marsianer
Originaltitel: The Martian
Autor/in: Andy Weir
Genre: Science-Fiction, Drama
Seitenzahl: 512
 Verlag: Heyne
Preis: 14,99 € (Broschiert)
Link: Klick hier!
 
 

Inhalt:

Der Astronaut Mark Watney war auf dem besten Weg, eine lebende Legende zu werden: Als einer der ersten Menschen in der Geschichte der Raumfahrt betritt er den Mars. Nun, sechs Tage später, ist Mark auf dem besten Weg, der erste Mensch zu werden, der auf dem Mars sterben wird: Bei einer Expedition auf dem Roten Planeten gerät er in einen Sandsturm, und als er aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht, ist er allein. Auf dem Mars. Ohne Ausrüstung. Ohne Nahrung. Und ohne Crew, denn die ist bereits auf dem Weg zurück zur Erde. Es ist der Beginn eines spektakulären Überlebenskampfes ...
 
 

Meine Meinung:

"Der Marsianer" zog meine Aufmerksamkeit als erstes aufgrund dieses wunderschönen, einzigartigen Covers auf sich, es ist definitiv ein Blickfang. Als ich mir dann den Klappentext durchlas und dann auch noch herausfand, dass das Buch verfilmt wurde und im Oktober 2015 ins Kino kommt, war es voll um mich geschehen, ich musste es unbedingt lesen!
Die Geschichte vom "gestrandeten" Astronauten Mark Watney wird von ihm selbst durch ein Logbuch erzählt. Dort schreibt er für jeden Tag auf dem Mars auf, was er erlebt hat und was seine Gefühle und Empfindungen sind. Diese Art, eine Geschichte zu erzählen, fand ich wirklich gut und authentisch, Watney wurde einem dadurch sehr sympathisch.
Nebenbei wird die Geschichte auch noch von den zuständigen Leuten aus der NASA-Zentrale erzählt, die das ganze Geschehen kontinuierlich beobachten und analysieren und versuchen, Kontakt mit Watney aufzunehmen.
Schon klar wurde mir als Leser bewusst, wie sehr mich das Buch an einigen Stellen fesselte. Ich fühlte an einigen Schlüsselstellen so sehr mit Mark Watney mit, dass ich fast aufhörte zu atmen. Leider sind diese spannenden Stellen nun doch (für mich persönlich) ziemlich rar und nicht durchgehend und kontinuierlich. Ich hatte erwartet, dass das Buch deutlich mehr Spannung aufweist, weil dies unter Anderem einige Personen auf dem Klappentext versprachen und ich somit sehr neugierig war.
Der Anfang, das erste Zurechtfinden von Mark auf dem roten Planeten, all seine Erkundungen und Entdeckungen, fand ich noch relativ spannend und auch fesselnd. Genauso ging es mir mit dem Ende, der Rettungsmission. Ich fühlte richtig mit und spürte, dass ich Watney während des Lesens richtig in mein Herz geschlossen hatte.
Doch leider kam mir der Mittelteil nun doch sehr lang und zäh vor, ich langweilte mich regelrecht. Dies lag vor allem an den ausführlichen wissenschaftlichen, chemischen und physikalischen Beschreibungen Watneys, mit denen ich leider einfach nichts anfangen konnte. Ich erwischte mich dabei, wie ich ganze Passagen einfach nur übersprungen habe, bis ich wieder zu "spannenderen" Stellen gelangte.
Ein zweiter Punkt, der mich enorm störte, war Watney selbst. Klar ist er durch seine humorvolle Art sehr sympathisch und man schließt ihn sofort in sein Herz. Auf der anderen Seite wirkt er aber genau dadurch enorm unrealistisch. Ein Mensch, ganz alleine auf einem Planeten, auf dem man als Mensch so nicht überleben kann - und das für eine sehr lange Zeit. Realistisch wären Depressionen, Suizidgedanken und ähnliches, doch Watney verspürt kaum Furcht oder Angst, sondern geht alles ganz wissenschaftlich und humorvoll an, reißt fast einen Witz nach dem anderen. Dies fand ich persönlich sehr unrealistisch, da hätte ich mir seitens Watney "natürlichere" Reaktionen gewünscht.
 
 

Fazit:

"Der Marsianer" ist definitiv ein solider Sci-Fi-Roman, der den Leser durchaus an einigen Stellen vor Spannung wirklich mitreißt und den ich mir als Verfilmung sehr gut vorstellen kann und mir definitiv im Kino auch angucken werde. Leider nahmen für mich im Buch die vielen wissenschaftlichen Beschreibungen und Erklärungen Überhand, sodass für mich größtenteils kein übermäßiger Lesegenuss entstand und ich so ganze Passagen quergelesen habe. Auch fand ich Watneys Gelassenheit, Lockerheit und Humor als einziger Mensch auf dem Mars, für eine sehr lange Zeit, sehr unglaubwürdig und unrealistisch.
Den Schluss wiederum mochte ich sehr und ich konnte wieder gut mitfiebern.

Vielen Dank an den Heyne Verlag für dieses Rezensionsexemplar!
 
Ich gebe "Der Marsianer" 3 von 5 Sternen.

Dienstag, 4. August 2015

Rezension: Wiebke Lorenz - Alles muss versteckt sein

Laura @zeilenverliebt on Instagram photo 01/01/1970 02:00

Eckdaten:

Titel: Alles muss versteckt sein
Originaltitel: Alles muss versteckt sein
Autor/in: Wiebke Lorenz
Genre: Thriller
Seitenzahl: 352
 Verlag: Diana Verlag
Preis: 15,95 € (Broschiert)
Link: Klick hier!

Inhalt:

Ihre Gedanken sind mörderisch, ihre eigene Angst davor unaussprechlich: Nach einem Schicksalsschlag erkrankt Marie an aggressiven Zwangsgedanken, betrachtet sich als Gefahr für sich selbst und andere. Monatelang kämpft sie gegen die grausamen Mordfantasien an, die wie Kobolde durch ihren Kopf spuken, ständig verbunden mit der Panik, sie könne diese furchtbar realen Fantasien eines Tages nicht mehr kontrollieren und in die Tat umsetzen. Und dieser Tag kommt, als Marie neben ihrem toten Freund erwacht, der mit einem Messer auf grausamste Weise niedergemetzelt wurde. Am Ende eines Gerichtsprozesses wird sie aufgrund ihrer Schuldunfähigkeit zum Maßregelvollzug in der forensischen Psychiatrie verurteilt. Dort sucht Marie verzweifelt nach Erinnerungen an die Mordnacht, denn für Marie selbst sind die Geschehnisse wie ausgelöscht. Nur ihr Arzt Jan scheint sie zu verstehen und ihr helfen zu wollen. Aber schon bald wächst in Marie der Verdacht, dass in Wahrheit vielleicht nichts so gewesen ist, wie es scheint … 

Meine Meinung:

Mit "Alles muss versteckt sein" habe ich meinen zweiten Thriller von Wiebke Lorenz gelesen. Nach dem grandiosen, spannenden Buch "Bald ruhest du auch" hatte ich dementsprechend hohe Erwartungen, die größtenteils auch erfüllt wurden.
Der Einstieg in das Buch fiel mir sehr leicht, ich wurde sofort wieder warm mit dem leichten Schreibstil der Autorin. Wir lernen Marie kennen, die sich wegen einer grausamen Tat an ihrem Freund Patrick in der Psychiatrie befindet.
Wir lernen ihren Tagesablauf dort, ihre Zimmergenossen, ihren behandelnen Arzt Jan kennen und merken mit der Zeit und in den zahlreichen Gesprächen mit ihrem Arzt mit der Zeit kennen, dass Marie so gar nicht ein typisches Täterprofil aufweist, und nach und nach zweifelt nicht nur Marie, sondern auch ihr Arzt an ihrer Schuld und versuchen, dem wahren Täter auf die Spur zu kommen.
Die Geschichte rund um Marie wird in zwei Handlungssträngen erzählt. Der eine Strang spielt in der Gegenwart und erzählt die Geschichte von Marie in der Psychiatrie und zeigt, wie Marie sich ihrem Arzt nach und nach immer mehr öffnet und ihre Vergangenheit erzählt. Der zweite Strang in dieser Geschichte ist dann die Vergangenheit und erzählt Maries Geschichte vor ihrer Erkrankung. Durch Maries Erzählungen, natürlich in der Ich-Perspektive, lernen wir sie sehr gut kennen, erfahren, was für ein Mensch sie ist, wie sie lebt und welch schlimme Dinge sie vor einigen Jahren durchleben musste.
Wiebke Lorenz verwebt gekonnt nach und nach diese beiden Handlungsstränge und arbeitet so auf ein fulminantes Ende hin.
Die Geschichte wird, je mehr man über Maries Vergangenheit kennenlernt, immer spannender und da Marie bei ihren Erzählungen immer bei der spannendsten Stelle stoppt, muss man so natürlich immer weiter lesen.
Das Ende konnte ich zum Teil so voraussehen, wie es dann auch passiert ist, einige Dinge jedoch auch nicht, beispielsweise hätte ich niemals mit diesem Täter gerechnet. Leider wirkt das Ende für meinen Geschmack aber ein bisschen zu konstruiert und unglaubwürdig, nichtsdestotrotz hat das Buch viel Potenzial und bietet Nervenkitzel, Spannung und lässt den Leser atemlos zurück.


Fazit:

"Alles muss versteckt sein" hat mich nicht enttäuscht! Es ist ein wirklich spannender Thriller mit einer überaus interessanten Thematik, über die ich so auch noch nicht gelesen habe. Man merkt wirklich, wie sehr sich die Autorin für das Buch mit dem Thema auseinander gesetzt hat. Das Ende wirkte leider ein wenig zu konstruiert, ist aber dennoch lesbar und durchaus überraschend.
Wer Wiebke Lorenz noch nicht kennt, sollte sich definitiv mal eins ihrer Bücher ansehen! :)

Ich danke dem Diana Verlag ganz herzlich für dieses Rezensionsexemplar.
Ich gebe "Alles muss versteckt sein" 4 von 5 Sterne.

Sonntag, 2. August 2015

Rezension: Catherine Doyle - Valentine Vendetta

Eckdaten:

Titel: Valentine Vendetta
Originaltitel: Vendetta
Autor/in: Catherine Doyle
Genre: Jugend, Mystery
Trilogie: Band 1
Seitenzahl: 416
 Verlag: cbt
Preis: 14,99 € (Broschiert)
Link: Klick hier!
 
 

Inhalt:

  Die 16-jährige Sophie lebt mit ihrer Mutter in Chicago. Als der attraktive Nic mit seiner Familie in die Nachbarschaft zieht, fühlen sich beide sofort unwiderstehlich voneinander angezogen. Doch dann erfährt Sophie, dass ihr Vater, der im Gefängnis sitzt, ausgerechnet Nics Vater getötet hat. Und dass Nics Familie, die zu einem gefährlichen Zweig der sizilianischen Mafia gehört, Rache an ihrer Familie üben will. Nic will Sophie schützen, doch dabei verstrickt er sich selbst immer mehr in den Fängen seiner machthungrigen Familie. Kann ihre Liebe gegen alle Widerstände bestehen?
 
 

Meine Meinung:

Auf "Valentine Vendetta" war ich wirklich super gespannt. Die Geschichte rund um Sophie und Nic klingt, dem Klappentext zufolge, mal nach etwas ganz Anderem. Anfangs habe ich nur eine seichte, leichte Contemporary-Geschichte erwartet, doch die Geschichte bietet wirklich so viel mehr.
 Nach einem etwas holprigerem Start, ich wollte nicht richtig in die Geschichte hineinfinden; konnte mich die Story dann ungefähr ab der Hälfte komplett von sich überzeugen.
Die Geschichte hat sein ganz eigenes Flair. Durch Catherine Doyles lebhafte Beschreibungen fühlt man sich stets direkt im Geschehen. Gerade zu Anfang, als die neue Familie rund um Nic und seine vier Brüder in das Nachbarhaus von Sophie zieht, bemerkt man besonders die etwas beklemmende, düstere Stimmung und die vielen Geheimnisse die der Einzug dieser seltsamen Familie mit sich bringt.
Im Laufe der Geschichte kommen sich Sophie und Nic dann langsam aber bestimmt näher, sehr zum Missfallen derer Familien. Anfangs stellt man sich als Leser noch viele Fragen: Wieso können sich die Familien nicht leiden? Was ist da los? Wieso benehmen sich alle nur so komisch?
Viele mysteriöse Dinge passieren und immer mehr unaufgeklärte Rätsel tauchen auf. Ab der Hälfte des Buches nimmt die Geschichte dann rasant an Fahrt auf. Eine unerwartete Wendung jagt die nächste, sodass mir als Leser auch öfter mal der Atem stockte.
 Die letzten 100 Seiten habe ich dann in einem Rutsch weggelesen, weil ich das Buch nicht zur Seite legen konnte. Das Ende ist unglaublich spannend, man fiebert so richtig mit.
Das Buch endet mit keinem richtig fiesen Cliffhanger, aber doch möchte man als Leser einfach wissen, wie die Geschichte rund um Sophie & Nic weitergeht. 
Obwohl in "Valentine Vendetta" klar verschiedene Mafia-Clans thematisiert und behandelt werden (damit sollte man rechnen), steckt doch gleichzeitig so viel mehr dahinter. Ganz im Stil von Romeo & Julia entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte, die so nicht sein darf und von beiden Familien nicht gern gesehen wird.
 
 

Fazit:

"Valentine Vendetta" ist der grandiose Debütroman von Catherine Doyle, der mich nach anfänglichen Startschwierigkeiten vollends mit einer Liebesgeschichte ganz im Stil von Romeo und Julia, aber doch mit eigener Note, überzeugen konnte. Dieser Auftakt einer Reihe strotzt nur so von Spannung, Rätseln und Geheimnissen zwischen zweier Familien und macht wirklich Lust auf mehr. Ich hätte nicht erwartet, dass mich die Geschichte so fesseln konnte und derartig tiefgründig ist!

Vielen Dank an den cbt-Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

Ich gebe "Valentine Vendetta" 4,5 von 5 Sterne.