Rezension: Erik Axl Sund - Scherbenseele

Sonntag, 13. September 2015

Eckdaten:

Titel: Scherbenseele
Originaltitel: Glaskroppar
Autor/in: Erik Axl Sund
Genre: Psychothriller
Reihe: Band 1
Seitenzahl: 416
 Verlag: Goldmann
Preis: 12,99 € (Broschiert)


Inhalt:

  Eine Welle bizarrer Selbstmorde erschüttert Schweden. An den unterschiedlichsten Orten im Land nehmen sich Jugendliche auf ungewöhnliche, grausame Weise das Leben, und sie alle haben eines gemeinsam: Sie hören die düstere Musik eines Interpreten namens "Hunger" auf alten Musikkassetten, während sie sich umbringen. Zur gleichen Zeit wird in Stockholm der erste von mehreren einflussreichen Männern ermordet. Als Kommissar Jens Hurtig ihn mit den Selbstmorden in Verbindung bringt, zeigt sich das ganze schreckliche Ausmaß des Falls ...
 
 

Meine Meinung:

"Scherbenseele" ist der Auftakt der neuen Reihe des schwedischen Autorenduos Erik Axl Sund. Vorab: Ich habe die Victoria-Bergman-Trilogie, die letztes Jahr in aller Munde war, nicht gelesen und bin deshalb ganz unvoreingenommen an dieses Buch herangegangen.
Der Einstieg beginnt bereits recht spannend. Im Vordergrund steht die Reihe mysteriöser, grausamer Selbstmorde, die in letzter Zeit von Jugendlichen verübt werden. Immer wieder taucht in diesem Zusammenhang auch ein gewisser Künstler namens "Hunger" auf, denn alle Jugendlichen tragen bei ihrem Suizid eine Kassette des Interpreten bei sich.
Die Selbstmorde sollen vom Kriminalkommissar Jens Hurtig und seinem Team untersucht werden. 
Das Buch wird durchweg von den verschiedensten Personen erzählt. Dabei sind die einzelnen Kapitel sehr kurz, teilweise auch nur eine Seite. Dadurch ließ sich das Buch gut und auch schnell lesen, obwohl ich manchmal mit dem Schreibstil nicht wirklich klarkam. Erik Axl Sund schreibt sehr melancholisch und teilweise auch sehr düster. Infolgedessen baut sich das ganze Buch über eine sehr bedrückende, beklemmende Stimmung auf, die aber natürlich mit dem Oberthema des Buches, Suizid, gut harmoniert.
Man muss in diesem Zusammenhang auch sagen, dass der Schreibstil teilweise schon fast poetisch ist und das Buch durchaus an einigen Stellen auch sehr tiefgründig erscheint.
Was mir jedoch nicht gefallen hat: durch die kurzen Kapitel und die vielen, schnellen Charakterwechsel hat der Leser es sehr schwer, eine tiefe Beziehung zu den einzelnen Protagonisten aufzubauen.
Rückblickend ist mir außer Jens Hurtig so keiner der Charaktere wirklich im Gedächtnis geblieben, was wirklich sehr schade ist.
Im Laufe des Buches kommt der Kommissar Hurtig dem seltsamen "Hunger" immer mehr auf die Schliche. Ab der zweiten Hälfte wird es nochmal sehr rasant und actionreich. Auch werden hier vermehrt brutale und blutige Szenen beschrieben, man sollte also als Leser damit kein Problem haben.
Gegen Ende wird aufgeklärt, was genau es mit "Hunger" auf sich hat bzw. wer nun wirklich dahintersteckt. Dort konnte mich Erik Axl Sund wirklich überraschen, denn ich hatte nicht mit diesem Täter gerechnet. Jedoch blieben mir persönlich am Ende einfach viel zu viele Fragen offen, was mich sehr stört. Zwar folgen noch zwei weitere Teile aus dieser Reihe, jedoch ist der erste Teil abgeschlossen und im zweiten Teil wird es dann um einen neuen Fall gehen.
Mir ist die Auflösung zu kurz gekommen, ich hätte als Leser gern noch etwas mehr über die Umstände und all die Hintergründe erfahren.


Fazit:

"Scherbenseele" ist ein solider Psychothriller, in dem durchweg eine düstere und beklemmende Stimmung herrscht. Das Thema war super interessant und mal was Neues, jedoch hat mir die Umsetzung nicht ganz so gut gefallen. Die Charaktere blieben leider sehr farblos, man konnte keine Beziehung zu ihnen aufbauen.
Der Schluss kam mir persönlich zu schnell und leider bleiben gegen Ende immer noch sehr viele Fragen offen. Ich persönlich weiß nicht, ob ich die Reihe weiterlesen werde.

Einen herzlichen Dank an den Goldmann-Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!

Ich gebe "Scherbenseele" 3,5 von 5 Sterne.

1 Kommentar

  1. Hallo Laura! :-)

    Ich muss sagen, dass mir das mit dem poetischen Schreibstil gerade bei Simon extrem aufgefallen ist. Fand ich aber an sich auch echt passend zum Thema. Insgesamt sind wir ja hier generell auf der gleichen Basis mit der gleichen Meinung zu diesem Buch, wobei du das ja doch noch relativ positiv bewertet hast. Trotzdem, gelungene Rezension! :D

    Liebe Grüße O:)

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