Montag, 12. Oktober 2015

Rezension: Stephen King - Finderlohn

Eckdaten:

Titel: Finderlohn
Originaltitel: Finders Keepers
Autor/in: Stephen King
Genre: Krimi, Thriller
Reihe: Band 2
Seitenzahl: 544
 Verlag: Heyne
Preis: 22,99 € (Hardcover)
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Inhalt: 

John Rothstein hat in den Sechzigern drei berühmte Romane veröffentlicht, seither aber nichts mehr. Morris Bellamy, ein psychopathischer Verehrer, ermordet den Autor aus Wut über dessen »Verrat«. Seine Beute besteht aus einer großen Menge Geld und einer wahren Fundgrube an Notizbüchern, die auch unveröffentlichte Romane enthalten. Bellamy vergräbt vorerst alles – und wandert dummerweise für ein völlig anderes Verbrechen in den Knast. Jahre später stößt der Junge Peter Saubers auf den »Schatz«. Nach seiner Haftentlassung kommt Bellamy dem ahnungslosen Peter auf die Spur und macht Jagd auf ihn. Kann Bill Hodges, den wir als Detective a. D. aus Mr. Mercedes kennen, den Wahnsinnigen stoppen?
 
 

Meine Meinung:

"Finderlohn" ist der Nachfolger von "Mr. Mercedes" und somit der zweite Teil in der Bill Hodges-Trilogie von Stephen King. Vorab: Ich habe "Mr. Mercedes" nicht gelesen, denke aber, dass man "Finderlohn" auch sehr gut als alleinstehenden Band betrachten kann. Man könnte eventuell aber darüber gespoilert werden, was in "Mr. Mercedes" teilweise so passiert ist.
Allein das Cover von "Finderlohn" hat mich schon absolut in seinen Bann gezogen. Es besticht, passend zu den anderen King-Büchern aus dem Heyne Verlag, mit einem einfachen, aber doch sehr einprägsamen Design.
Der Einstieg in das Buch fiel mir persönlich leider nicht so leicht. Gleich zu Beginn werden viele verschiedene Personen vorgestellt, die teilweise auch noch in beiden Zeitebenen agieren. Da kann man als Leser schnell mal durcheinander kommen. 
Doch das ist bei King eben nicht untypisch, genau wie die Beschreibung der jahrelangen Entwicklung eines oder mehreren Protagonisten. Damit sollte man als Leser keine Probleme haben, Kings Romane sind eben nicht die ganze Zeit super spannend. King setzt stets darauf, seine Charaktere dem Leser so nah wie möglich zu bringen, so gewinnen seine Bücher nur langsam an Spannung, dafür lässt sich bei den Protagonisten eine große Charaktertiefe finden.
"Finderlohn" spielt auf zwei verschiedenen Zeitebenen, im Mittelpunkt stehen dabei zum Einen Morris Bellamy, der in den Siebzigern den berühmten Autor John Rothstein ermorderte, danach aber wegen eines anderen Vergehens im Gefängnis landete.
 Die Leser begleiten Bellamy über 33 Jahre hinweg, bis dieser auf Bewährung frei kommt und sich auf die Suche nach seinen zuvor versteckten Notizen des ermordeten Autors macht.
Die andere Zeitebene spielt von 2010-2014 und begleitet den engagierten Schüler Pete Saubers, der durch Zufall die versteckte Beute von Bellamy findet.
Nach und nach entsteht so ein verzwicktes Katz und Maus-Spiel, zu dem ab Mitte des Buches noch der Ermittler Bill Hodges mit seinem Team dazustößt. King schafft es mal wieder geschickt, viele verschiedene Handlungsstränge gegen Ende in einem fulminanten Ende zusammenlaufen zu lassen. Dabei spielen Personen, denen man am Anfang keine große Rolle zugetraut hätte, letztendlich doch eine wichtige Rolle.
 Hatte das Buch doch ziemlich langsam begonnen, so nahm es ab dem letzten Drittel dann wirklich rasant an Fahrt auf und wurde zum Teil auch ziemlich blutig (also nichts für schwache Nerven! ;)). 
Es geht in "Finderlohn" primär nicht darum, den Killer endlich zu fassen, viel mehr steht dieses Katz und Maus-Spiel im Vordergrund. Ich fand es sehr interessant, einen Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt eines kaltblütigen Mörders zu bekommen. Aber auch Pete Saubers' Kapitel waren für mich sehr interessant zu lesen.


Fazit:

  "Finderlohn" konnte mich durch seine interessanten, typisch King sehr gut ausgemalten und farbigen Charakteren und einer interessanten Story wirklich in den Bann ziehen. Der Leser sollte keinen großen Spannungs- oder gar Horror-Roman erwarten, denn das wird er in "Finderlohn" definitiv nicht finden. Die Story hat mir aber gut gefallen, auch die Einblicke in die Gedankenwelt der verschiedenen Charaktere fand ich gelungen.

Ich danke dem Heyne Verlag für die freundliche Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares.

Ich gebe "Finderlohn" 4 von 5 Sterne.


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