Rezension: Ina M. Laurin - Nichts mein Freund

Sonntag, 6. März 2016
Eckdaten: 
Titel: Nichts - Mein Freund
Originaltitel: Nichts - Mein Freund
Autor/in: Ina M. Laurin
Genre: Drama
Seitenzahl: 324
 Verlag: Books on Demand
Preis: 11,99 € (Taschenbuch)
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Bewertung:


Inhalt:  
Was bleibt, wenn niemand mehr da ist? Nichts. James und dieses Nichts leben am Ende der Victoria Road. Der 23-Jährige wohnt in einem kleinen Haus mit Milla, seiner Schildkröte, arbeitet bei einem halbillegalen Paketdienst und ist, wie er ist. Einfach, anspruchslos und mit einem klaffenden schwarzen Fleck auf seiner weißen Weste. Seine Vergangenheit scheint sicher begraben zu sein, wären da nicht eines Tages Nachrichten eines Fremden, die sein gleichgültiges Leben zu zersprengen drohen. Bevor sich James überhaupt dagegen wehren kann, beginnen für ihn die schlimmsten und wichtigsten Wochen seines Lebens. Er wird gezwungen, sich selbst und seiner Geschichte zu stellen. Der Unbekannte treibt James gnadenlos durch die Stadt und die Schmerzen der Vergangenheit. Und niemand weiß, wie es enden wird. Kann James sich das holen, was er vor Jahren für immer aufgegeben hat? Sein Leben. Kein Leben zu haben bedeutet nicht den Tod. Es bedeutet etwas Schlimmeres: Die Gleichgültigkeit.


Meine Meinung: 
Zunächst einmal ist mir bei dem Buch das wunderschöne, weil schlichte Cover aufgefallen. Es hat sofort meine Aufmerksamkeit erregt, gerade weil es so simpel ist, was heutzutage nur noch selten der Fall ist. Da soll ein Cover am liebsten so bunt und verrückt wie möglich sein. Im Nachhinein kann ich nur sagen, dass das Cover für das Buch einfach perfekt ist, denn es spiegelt perfekt das triste Leben von unserem Protagonisten James wider.
Auch der Klappentext von "Nichts - Mein Freund" weckte sofort meine Aufmerksamkeit - und es war um mich geschehen, ich musste es lesen! :-)
 Wir lernen schon auf den ersten Seiten das Leben unseres Protagonisten James sehr gut kennen. Es gibt nichts Spannendes zu berichten - er lebt ein eintöniges und tristes Leben mit seiner Schildkröte Milla. Seine Tage verlaufen stets gleich: aufstehen, arbeiten, essen, schlafen. Jeden Tag das gleiche, soziale Kontakte gibt es kaum. Aber James scheint sich damit abgefunden zu haben und möchte daran auch gar nichts ändern. Er hat immer noch an seiner harten Vergangenheit zu knabbern.
Doch dies ändert sich schlagartig - plötzlich kriegt James jeden Tag kleine Botschaften in Briefform, in denen er dazu aufgefordert wird, etwas zu tun. Die anonyme Person scheint James Leben, besonders seine Vergangenheit, bestens zu kennen.
 Anfangs tut er es noch als einen Scherz ab, doch der geheimnisvolle Unbekannte lässt sich nicht abwimmeln und James befolgt von da an die Anweisungen, um endlich wieder seine Ruhe zu haben.
Im Laufe der Zeit begegnet er somit immer mehr Menschen - ein paar komplett neue Gesichter, aber auch jene, die schon ein wichtige Rolle in seinem Leben spielten, mit denen James aber einfach nichts mehr zu tun haben wollte.
Nach und nach scheint sich James Leben, vor allem seine Stimmung, positiv zu verbessern. Er wirkt wieder lebendiger und freudiger, hat wieder soziale Kontakte. Diesen Stimmungswandel hat man als Leser richtig gemerkt, und man hat sich wirklich für James gefreut.
Mit der Zeit erfährt man immer mehr über James Vergangenheit, und lernt, ihn und seine Situation besser verstehen zu können. Man merkt, dass James durch die Briefe und die neuen und alten Leute, die er trifft, Schritt für Schritt und kontinuierlich seine Vergangenheit bewältigt und wieder auf die richtige Bahn kommt.
Als Leser rätselt man natürlich auch die ganze Zeit, von wem die Briefe stammen könnten. Ich hatte die ganze Zeit eine gewisse Person im Kopf, doch es hat sich herausgestellt, dass ich am Ende komplett falschlag. Mit der Person, die für alles verantwortlich war, hätte ich im Leben nicht gerechnet. Am Ende war jedoch alles stimmig und abgeschlossen, und es gab noch die ein oder andere überraschende Wendung, die ich nicht habe kommen sehen.
Nach der letzten Seite war ich fast ein wenig traurig, James nun gehen zu lassen, denn ich habe ihn im Laufe des Buches wirklich in mein Herz geschlossen und konnte mich oft mit ihm identifizieren.
Die Autorin hat einen wirklich angenehmen Schreibstil. Ina M. Laurin schreibt sehr humorvoll und lustig, hat aber auch Talent für tiefgründige Passagen, die den Leser zum Nachdenken anregen. Bin ich zufrieden mit meinem Leben? Was könnte ich verbessern? Bin ich mit mir im Reinen? Das fand ich als Leser wirklich klasse.


Fazit: 
"Nichts - Mein Freund" hat mir wirklich meinen Lesemonat versüßt! Die Idee der Geschichte ist klasse, unser Protagonist James war mir total sympathisch und nach der letzten gelesenen Seite nimmt man selbst als Leser noch ziemlich viel für sein eigenes Leben mit. Besser geht's nicht, nur zu empfehlen!

Vielen Dank an die sympathische Autorin für das Rezensionsexemplar!

Volle 5 Sterne für "Nichts - Mein Freund"!


1 Kommentar

  1. Hei :)

    Tolle Rezi, das Buch wandert gleich auf meine Wunschliste.
    Das Cover find ich übrigens auch total schön :)

    Liebe Grüße
    Ila von buechertunnel.blogspot.de

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